Roadtrip durch Italien: Florenz, Neapel, Amalfiküste

Die Zeit rast. Wir haben schon Mitte Juni und inzwischen auch richtig sommerliche Temperaturen. Wer noch keine schulpflichtigen Kinder hat, sollte die Zeit nutzen und vor dem alljährlichen Sommerferientrubel verreisen. So haben wir es auch vor drei Jahren gemacht. Und endlich einen richtigen Roadtrip durch Italien unternommen!
Bisher ging es mit den Kids nur zum Gardasee oder nach Elba. Daher war unser Plan für diesen Sommer weiter nach Süden zu fahren und zumindest die Gegend rund um Neapel zu erkunden. Insgesamt legen wir ungefähr 3.000 Kilometer in drei Wochen zurück; mit einem neun Monate alten Baby und einem Kleinkind im vollgepackten Audi A4. Mit Dachbox versteht sich, um so Krempel wie Laufrad oder Kinderwagen mitnehmen zu können. Und so sehen wir aus wie ich nie unterwegs sein wollte: ein typisches Familienauto mit hässlicher Dachbox. Naja, was soll`s. Wir sind mobil. Aber innerlich schwöre ich mir so bald wie möglich ein anderes Auto zu kaufen…

Luxus pur: Neues Zelt

Ab heute beginnt das Luxusleben, denn wir haben uns ein Vier-Mann-Zelt mit (beinahe) Stehhöhe gekauft. Im Vergleich zu unserem kleinen, leichten Drei-Mann-Zelt ist es einfach riesig. Außerdem hat es einen integrierten Boden im Vorzelt, sodass man auch bei kräftigen Regen locker zu viert drinnen essen kann. Natürlich ist es mit 10 Kilogramm ungleich schwerer wie unser kleines Wanderzelt, aber gerade noch im Rahmen um damit auch zu fliegen. Insgesamt ein toller Kompromiss, dachte ich und hoffte auf ein langes Zeltleben…

Oh wie schön ist Florenz

Florenz wollte ich schon so lange besuchen, doch bisher haben wir es einfach nicht in die Hauptstadt der Toskana geschafft. Umso glücklicher bin ich jetzt, dass Florenz unser erster richtiger Stopp der Reise ist. Der Campingplatz auf einer leichten Anhöhe ist leider zum abgewöhnen: Laut und dreckig. Dafür bin ich von der tollen Stadt wirklich beeindruckt. Wir bestaunen die eindrucksvollen Renaissance-Bauten und natürlich den Duomo. Die Kinder sind im Glück als sie mit einem alten, toll restaurierten Karussell fahren dürfen.

Unser ältester Sohn macht oft selbst Bilder und dokumentiert damit alles Wichtige aus seiner Sicht. Egal, ob es sich dabei um Obst und Gemüse handelt oder seinen kleinen Bruder.

Neapel, Vesuv und Pompeji

Unser Roadtrip durch Italien führt uns immer weiter in den Süden. Als nächstes steuern wir Neapel an. Außer die Stadt selbst wollen wir den Vesuv erklimmen und uns Pompeji anschauen.

Schon als kleines Kind hat mich ein Buch über den Ausbruch des Vesuv sehr fasziniert. Dieses habe ich inzwischen meinem ältesten Sohn geschenkt und lese ihm regelmäßig daraus vor. So gesehen war es kein Wunder, dass er sich für den Spaziergang zum Krater so begeistern konnte. Von dort oben hat man auch einen herrlichen Blick über Neapel. Am nächsten Tag fahren wir mit dem Zug nach Pompeji und erkunden die alten Überbleibsel.

Im Schritttempo die Amalfiküste entlang

Okay, es war klar, dass es hier voll wird. Wer im Sommer (auch im Juni) die Amalfiküste abklappern will, sollte sich auf volle Straßen einstellen. Doch stundenlang im Schritttempo dem Vordermann zu folgen, damit habe nicht nur ich ein Problem. Besonders die Kinder sind irgendwann nicht mehr bei Laune zu halten.

Also zweigen wir kurzerhand von der Hauptstraße ab und machen einen Abstecher ins Hinterland um den Massen zu entgehen. In den Bergen rund um Ravello erfrischen wir uns mit dem leckersten Zitronensorbet, das ich je gekostet habe. Und ein bisschen Shopping muss auch sein. Unser größerer Sohn bekommt seine ersten Badeschlepper und ist mächtig stolz.

Roadtrip durch Italien nach Castellabate

Nach der zwar schönen, aber total überlaufenen Amalfiküste freue ich mich auf ein paar Tage Relaxen am Meer. Wir bleiben spontan in der Nähe von Castellabate in der Provinz Salerno. Hier ist es zwar nicht menschenleer, aber es sind fast nur entspannte und fröhliche Italiener anzutreffen. Keine anderen Deutschen, sehr günstige Campingplätze und ein toller Sandstrand machen diesen Küstenabschnitt für mich zum Highlight unseres Roadtrips durch Italien.

Kleiner Schock: Neues Zelt bricht

Doch die Idylle trügt. Am zweiten Tag bricht plötzlich eine Zeltstange. Völlig grundlos und nicht nachvollziehbar für uns. Irritiert bessern wir mit den Reparaturhülsen nach, doch es nutzt nichts. Am nächsten Tag sind alle drei Zeltstangen mehrmals gebrochen. Jetzt hilft nur noch Unmengen von Gaffer Klebeband.
Obwohl es uns ein bisschen vor der Heimfahrt graut, lassen wir uns den Spaß nicht nehmen. Irgendwie werden wir das marode Zelt schon wieder aufgebaut bekommen. Trotzdem ziemlich ärgerlich, da es kein Billigzelt ist.

Stopp am Gardasee

Wie immer am Gardasee zelten wir bei Limone. Hier ist es nicht so voll und für meinen Geschmack landschaftlich viel schöner als am Südufer.
Wir genießen die letzten Urlaubstage bei herrlichem Wetter, leckerem Eis und früh morgendlichen Baden. Die Kids sind wie immer tapfer und gehen brav mit ins Wasser. Zum Abschied kaufen wir neben dem obligatorischen Limoncello noch einen Zitronenbaum. Tja, da das Auto bereits mehr als voll gepackt ist, reist er bis München im Beifahrerfußraum mit. Diesmal hat der Glück, der fahren darf!

Fazit

Ein super Roadtrip durch Italien, der mir mal wieder gezeigt hat, dass man auch mit kleinen Kindern viele Kilometer zurücklegen kann und gleichzeitig Spaß haben kann. Und dem Zelten bin ich wohl einfach hoffnungslos verfallen. Den ganzen Tag draußen sein, improvisieren, das eigene Bett und der Erde so nah. Das finde ich immer wieder auf`s Neue toll!
Italiens Süden hat so einiges zu bieten und sollte mal wieder auf unserem Radar auftauchen. Für alle NICHT-Italien-Fans: Der Süden ist herzlich, wild, chaotisch und ganz anders als der Norden. In jedem Fall eine Reise wert!

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